Freitag, 1. Juli 2011

Geschafft!

So, jetzt muss ich auch mal von DEM Erlebnis berichten:

Ich bin am Sonntag wie geplant um 4:45 aufgestanden, hab meinen Proteindrink getrunken und hab auf dem Weg zur Bushaltestelle zwei Bananen gefrühstückt. Ich war schon viel früher da und sehr stolz auf meine Planung - bis der Bus nicht kam. Nach 5 Minuten warten habe ich gedacht, ich geh auf Nummer sicher und ruf den Busfahrplanservice an, um zu erfahren, wann der Bus genau kommt. Das Band hat mir gesagt, dass das um 6:51 sei. Hmm. Das ist wohl ein bisschen zu spät, wenn der Lauf um 7:00 anfängt. Verdammt, was ist das los? Da ich bei Grace zuhause kein Internet hatte, hab ich meinen südkoreanischen Mitpraktikanten Jun angerufen, ob er nach einem Bus für mich recherchieren kann. Nachdem ich ihm drei Mal erklärt habe, was ich von ihm will und er mich dann zu der Bushaltestelle daneben geschickt hat, bei der der nächste Bus auch gegen 6:50 fährt, hab ich dann Prioritäten gesetzt und bin in das nächste Taxi gestiegen. Dabei wollte ich ja genau das nicht und hab deswegen bei Grace übernachtet... Nach einer Minute Fahrt war vor mir auch Bus Nr. 14, der Bus, den ich auch nehmen wollte. Man. Da der Taxifahrer schon die Busgeschichte gehört hatte, ist er dem Bus solange hinterher gefahren, bis dieser anhielt. Bezahlt habe ich dann einfach soviel wie ich hatte: $ 6,80, über die restlichen zwei hat er gütig hinweggesehen und mir noch viel Erfolg gewünscht.
Im Bus saßen dann nur Läufer :) Endlich an der UBC Thunderbird Arena angekommen habe ich dann versucht, das A*Team zu finden, wie die Amnesty-Laufgruppe heißt. Wir wollten uns bei den 'port-a-pottys' treffen :D Leider habe ich niemanden gesehen, auch Jun, der schon gesagt hat, dass er ein bisschen später kommt, war nicht zu finden. Also hab ich allein meinen Rucksack abgegeben, mein Namensschild ans Top gepinnt und mich ein bisschen aufgewärmt. Alle um mich herum schienen mit jemandem zusammen zu laufen, da habe ich mich ein bisschen verloren gefühlt. Aber da sowieso jeder sein eigenes Tempo laufen sollte und ich während des Laufens nicht reden möchte, war das schon ganz okay so. Nach dem Start hat sich die Masse langsam in Bewegung gesetzt, das war ein cooler Moment, endlich begann das, wofür ich die ganze Zeit trainiert hab! Ich hatte mich in die 'green wave' eingereiht, die Läufer, die zwischen 2:00:00 und 2:15:00 laufen wollen. Irgendwie waren die mir aber doch zu langsam und ich hab erstmal eine ganze Weile auf dem rechten Grünstreifen überholt. Das hat mir dann leider auch Grasflecken auf den fast neuen Schuhen beschert, wie ich später gesehen habe... Nach circa 2-3 km ist mir jemand Bekanntes über den Weg gelaufen, worüber ich mich sehr gefreut habe: Jun! Komischerweise kam mir Jun entgegen und nicht von hinten. Dann auch seine Frage: "Theresa, where is the start line?" Oh mein Gott, Jun! Nachdem ich ihm erklärt habe, dass der Start dort ist, wo alle Läufer herkommen :D hat er gesagt, dass wir uns später sehen. Dann musste ich erstmal eine Weile lachen und bin mit einem Lächeln auf dem Gesicht weitergelaufen.
Circa bei km 6 hab ich ihn dann wieder gesehen, weil die Strecke eine Schleife gemacht hat. Ich bin davon ausgegangen, dass er mich einholen wird und hab ihm zugerufen, dass wir uns auf der rechten Seite der Masse treffen. Während des Laufes hab ich ihn aber nicht mehr gesehen...
Auf der Strecke wurden wir von verschiedenen Musikgruppen unterhalten und motiviert, das war sehr cool. Außerdem war strahlend blauer Himmel, was wir hier ja auch nicht so oft haben. Ab km 8 haben meine Knie angefangen weh zu tun. Nach 10km, circa 1h nach Start, wurde ich von einem älteren Mitläufer (60?) gefragt, wann ich vorhätte zu Laufen. Das hab ich natürlich nicht verstanden, dann meinte er, ich sähe noch so frisch aus, er könne mir nicht glauben, dass ich beim Start angefangen hätte. Dann meinte er unter zwei h schaffen wirs wohl nicht. Ich entgegnete, dass das auf jeden Fall noch möglich sei. Leider wurden es dann nicht unter 2 h, sondern 2:04:33, aber das hat ja mein eigentliches Ziel von 2:05:00 ganz gut getroffen :)
Der Plan war, die ersten 10-15km in meinem normalen Tempo zu laufen und zu sehen, wie es mir geht. Da es mir bis auf Knieschmerzen gut ging, hab ich dann ab km 16 das Tempo angezogen. Zwischenzeitlich hab ich mich auch ein wenig schlapp gefühlt und neben Gatorate, dass auf der Strecke verteilt wurde, ein bisschen Energy-Gel mit Schokogeschmack gegessen. Das hatte aber die Konsistenz von Nutella und ging gar nicht gut runter, also weg damit. Km 18 war auf der Burrard-Bridge und irgendwie der schlimmste von allen. Ich musste mir die ganze Zeit sagen, dass ich weiterlaufen soll, ich wollte auf gar keinen Fall anfangen zu gehen. ("So fangen wir erst gar nicht an"!) Auch wenn ich während des ganzen Laufes etlichen Läufern mehrfach begegnet bin, weil die zwischenzeitlich Gehpausen gemacht haben, steh ich da überhaupt nicht drauf. Schließlich bin ich nicht zum Spazieren dort und ich finde es auch psychisch viel einfacher, sein Tempo so zu wählen, dass man die ganze Zeit laufen kann. Wenn man einmal anfängt zu gehen ist es viel schwerer wieder zu laufen.
Nachdem km 18 geschafft war, hab ich jeden km versucht, das Tempo noch ein wenig anzuheben. Das ging auch ganz gut, das Ende war sehr nah und ich hab mich ein bisschen geärgert, dass ich die 2 h nicht geknackt habe, was mich noch zusätzlich angesport habe, wenigstens die bestmögliche Zeit rauszuholen. Außerdem reicht es dann auch irgendwann. Meine Knie haben mittlerweile auch echt ziemlich wehgetan und es wäre cool, mal anzukommen.
Endlich das erlösende Biepen durch den schwarzen Kasten, der meine Zeit misst; aber das sieht gar nicht wie ein Ziel aus?! Verdammt, noch 100m! Gib alles! Endlich, das Ziel! Oh Gott, geschafft. Gleich nach dem Ziel wurden uns die Finisher-Medaillen umgehängt und noch ein paar Meter weiter wurde mir ein Flyer mit dem 'Summerfast 10k' in die Hand gedrückt. Man, ich bin erst 21km gelaufen, lass mich mal in Ruhe! Wobei, war doch eigentlich total cool... :D
Und nun das andere Wichtige: mit der Hilfe von euch habe ich $ 411 Spenden für die Arbeit von Amnesty International Canada gesammelt. Dafür bin ich gelaufen. Vielen Dank!!!

Fotos von mir während des Laufes und sogar ein Video, wie ich die Ziellinie überquere, könnt ihr hier sehen: http://www.asiorders.com/view_user_event_video.asp?EVENTID=75637&BIB=4062&S=230&PWD=

Kleiner Tipp fürs Video: ich bin irgendwo auf der rechten Seite im Hintergrund. Lustigerweise habe ich mich das erste Mal gleich gesehen und beim weiteren Anschauen aber immer Probleme gehabt :) Sehr cool auch, dass man mir auf den Bildern auf der Brücke total die Anstrengung ansieht.

1 Kommentar:

  1. Das waren ja fast $ 20 pro Kilometer, gutes Fersengeld! Gewinnerfoto: Nr. 22 ;)

    Herzlichen Glückwunsch!

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